Und die Welt schaut weg

Es ist traurig. Wieder einmal geht die chinesische Regierung mit Gewalt gegen Demonstranten vor. Nur entgegen des Aufschreis, als China Panzer gegen die demonstrierenden Studenten auf dem Platz des himmlischen Friedens auffuhr und einsetzte, schweigen die Regierungen nun allesamt.

Auch wenn der polnische Staatsrepräsentanten offiziell aus Protest gegen das Vorgehen Chinas in Tibet den Olympischen spielen fernbleiben wollen, im übrigen die ersten und meines Wissens einzigen, die ihre Abwesenheit mit dem chinesischen Verhalten begründen, der Rest schaut feige weg.

Auch unsere Bundesregierung und unser Präsident sind hier in der Riege der Feigen einzuordnen. Auch sie werden – laut jüngster Pressemeldungen — nicht in China zur Eröffnung der Spiele anwesend sein. Sie trauen sich aber nicht auch ganz offiziell den ewig lächelnden Chinesen ins Gesicht zu sagen, dass sie deren Politik nicht akzeptieren wollen und können. Man tut lieber kund, dass entweder die Teilnahme an der Veranstaltung ohnehin nicht geplant war oder aufgrund anderer Termine nicht erfolgen kann.

Der einzig wahre Schritt um dieser kommunistischen, freiheitsunterdrückenden Regierung in China die Meinung der Welt zu zeigen ist, das diesjährige Großevent Olympische Spiele in China kurzfristig abzusagen. Aber dazu sind sich die Sportbonzen entweder zu fein oder auch zu feige.

Wie kann es sein, dass diese „Friedensspiele“ in einem solchen Land wie China stattfinden sollen? Einem Land, dessen Regierung freundlich lächelnd die Ermahnungen westlicher Politiker hinsichtlich der Einhaltung der Menschenrechte annimmt und darauf schwört, diese doch einzuhalten, sich aber, sobald diese Politiker das Land verlassen und irgendwelche Hightech-Projekte vertraglich fixiert (welche man dann großzügig abkupfert) haben, um seine Zusagen einen Dreck schert.

Nun die Welt schaut zu. Nur weil die Chinesen eine ziemlich große Bevölkerung haben und im Weltsicherheitsrat sitzen. Es ist echt erschreckend.

Das einzig Wahre ist: Boykottiert die Spiele! Und sollten die Regierungen sich dazu nicht durchringen, sollten es die einzelnen Sportverbände oder die Sportler selbst. Sollen die im Land des Lächelns doch die Spiele mit sich selbst veranstalten. Sponsoren, zieht euch zurück, oder wollt ihr an dem Vorgehen Chinas gegen Leute mit einer eigenen Meinung die Mitschuld tragen? Medien, berichtet nicht über das Ereignis, schweigt es Tod. Um so mehr ihr berichtet, um so stärker unterstützt ihr das Regime.

Wer glaubt, in der Zeit der Spiele auch nur ein kritisches Wort von Politik, Wirtschaft und Medien zu vernehmen, über dass was in Tibet oder anderen Regionen Chinas passiert, ist auf dem Holzweg. Es wird nicht so sein.

Aber leider schaut die Welt halt lieber weg. Wie damals 1936.

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